Lesen, Sehen, Hören

Lebens|t|räume Magazin – Ausgabe Oktober 2026

2026 10 Titelseite

2026 10 Inhalt

 

Editorial

Wenn Sie mir schreiben möchten:
Wolfgang Maiworm, E-Mail: wolfgang@lebens-t-raeume.de, Website: www.wolfgangmaiworm.de

Liebe Leserinnen und Leser,

eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schreibe ich diese Zeilen. – Unabhängig davon, wie nun die Regierungsbildung dort sein wird, frage ich mich, wem oder was ich noch vertrauen sollte.

Ja, ich lebe nach dem Motto „Vertrauen vor Kontrolle“ (mythologisch: Jupiter mehr Raum gebend als dem alten Saturn), doch das, was ich lese, sehe, höre, offenbart mir mehr und mehr, dass ich als mündiger Bürger im Spiel der wirkenden Kräfte in dieser deutschen Gesellschaft „verarscht“ werde.

Einerseits hält man es für einen hohen Wert in der „Demokratie“, dass Mehrheiten entscheiden dürfen. Zu dieser „Mehrheit“ zählen aber zum Beispiel nicht jene Bürger, die aus gutem Grund nicht wählen; sie haben ihre Rechte zur Mitgestaltung des Staates, in dem der Souverän das Volk zu sein hätte, verwirkt. Dabei bleibt unberücksichtigt, dass es zur freien Meinungsäußerung gehört, keine der Parteien im Deutschen Bundestag für wählbar zu halten – und deshalb nicht gewählt wird. Das ist doch zu bedenken, wenn es um Verwirklichung einer Demokratie geht, die dem ganzen Volk dient, oder?

In meinem Werte-System, wo jeder in erster Linie Mensch ist, dann erst Christ oder Hinduist, Deutscher oder Italiener, CDU- oder AfD-Wähler, finde ich es bedenklich, wenn kleinkariertes Denken dazu führt, dass in dieser „Demokratie“ Mehrheiten nicht anerkannt werden, wenn eine „Grundordnung“ vorgibt, was geschützt und was verfolgt werden darf. – Im sich wandelnden Zeitgeist darf es weder Politikern, noch Priestern, Philosophen oder Psychologen zugestanden werden, dass sie Kontrolle im Sinne vorgegebener Etiketten und Rezepten bzw. Mehrheitsbeschlüssen aus der Vergangenheit ausüben dürfen. Alles fließt, alles ist immer wieder neu.

Mein Jupiter-Bewusstsein beinhaltet auch, einen hohen Sinn für Humor zu haben. Doch das, was heutzutage für Humor gehalten werden soll, repräsentieren Geister wie Kebekus, Böhmermann, Uthoff, von Wagner. Sie machen sich lustig auf Kosten anderer und halten Feindbilder hoch, statt wie einst Jürgen von Manger oder Loriot darauf hinzuwirken, dass auch Andersdenkende Menschen sind und deshalb Menschlichkeit das oberste Prinzip allen Handelns – auch der „Humoristen“ in den Sende-„Anstalten“ – sein sollte. Es geht im Sinne von gelungener Satire darum, Lächerlichkeiten im Menschen zu entdecken, aber nicht um Menschen lächerlich zu machen.

– Insofern ist die Palette jener, die öffentlich Feindbilder aufrechterhalten dürfen, wesentlich zu erweitern. Wer meint, Recht zu haben und die eigene Wahrheit für das allein Gültige hält, ist nicht mehr für das offen, was die Wahrheit des Anderen ausmacht, ist im entweder-oder eines Feindbildes gefangen. Das wird umso gefährlicher und zugleich menschenverachtend, je mehr man irgendeinem gesellschaftlich verbrieften -ismus (Kapitalismus, Kommunismus, Faschismus, Idealismus, Fatalismus) folgt.

Jeder von uns stellt eine eigene Welt dar. Jeder von uns zeigt dies bestenfalls durch Selbst-Vertrauen. Jeder von uns sieht deshalb im Anderen bestenfalls eine andere Welt, eine andere Wahrheit, die ihre Berechtigung hat. – Wo dies nicht gegeben ist, ist Krieg.

Und jetzt lassen Sie dies in Ihrer individuellen Wahrheit aufgehen. Was bewirkt es? – Sind Sie ein Kriegstreiber? – Oder sind Sie ein unverbesserlicher Harmoniesüchtiger?

Gott – und wenn Sie nichts mit diesem Begriff anfangen können, freunden Sie sich innerlich mit etwas an, das Sie als etwas Höheres als Ihr ICH anerkennen – dieser „Gott“ ist Krieg und Frieden, Tag und Nacht, Sommer und Winter, Reichtum und Armut, Mutter und Vater… –

In der letzten „Lebens-t-räume“-Ausgabe behandelten wir das Thema „Impfen“. Es sollte aufdecken, dass jeder ein Recht auf seine Angst hat – und sich folglich gegen das vermeintlich Böse (die Vorstellung von Krankheit) impfen lässt. Es sollte auch aufdecken, dass Professor Sucharit Bhagdi und der Toxikologe Helmut Sterz ungestraft das Buch „Das größte organisierte Verbrechen gegen die Menschheit“ in hoher Auflage verbreiten dürfen – und damit deutlich machen, dass wir im Zusammenhang mit Covid19 belogen und betrogen worden sind. Andererseits aber der Rechtsanwalt Reiner Fuellmich rechtskräftig verurteilt im Gefängnis sitzt, weil er dieselben Behauptungen wie diese Ärzte verbreitet hat. – Was ist das für ein System, das Meinungsfreiheit so unterschiedlich auslegt – und mich zwischen Kontrolle und Vertrauen pendeln lässt?

Herzlichst,
Wolfgang Maiworm