Lebens|t|räume Magazin

Ausgabe Mai 2022

Räuchern
Annemarie Herzog: Räuchern mehr als
Lara Weigmann: Räuchern – Momente für Körper, Geist und Seele

Bewusstes SEIN
Johannes Galli: Theaterstück: „Zwei Grad kälter“ und Gedankensprünge
Julika Maiworm: Gedanken-Splitter

Online-Kongress „Medizin und Bewusstsein“

…und vieles mehr

Liebe Leserinnen und Leser,

„Emotionen sind der größte Feind des Menschen“. Stimmen Sie dieser Aussage zu? – Nun, Emotionen sind gemäß eines „senkrechten Weltbildes“, dem Gesetz der Synchronizität von Makro- und Mikrokosmos, Ausdruck des an die Materie Gebundenen und gleichzeitig Ausdruck des nach Geistigem Verlangenden. Sie sind in einer Mittlerposition. Je nach Bewusstseinsstand des Menschen, der sich zwischen Erde und Himmel aufrichtet, um sein Ich in den Dienst für etwas Höheres zu stellen, sind seine Emotionen „Gefühle“, die aus dem kollektiven Urgrund genährt sind und eine individuelle Evolution der gesamten Entwicklung der Menschheit darstellen. Es ist der persönliche Anteil an dem, was das Universum in seiner gesetzmäßigen Ausdehnung vorgibt. Die „Gefühle“ sind Splitter der Weltenseele, sind die Viren des Universums, die permanent mutieren – und als gut oder böse erachtet werden, solange Wertungen bezüglich ihrer Wirkung auf den Organismus Erde erfolgen. Die Träger dieser Viren, wir Menschen, bleiben Gefangene dieser Viren-Emotionen, wenn wir im Gesetz des Kausalen von Ursache und Wirkung steckenbleiben. Dann sind und bleiben Emotionen die Feinde des Menschen. Sie bleiben im entweder:oder stecken, heißen Krieg oder Frieden, heißen Materie oder Geist, heißen pro oder contra. Dann ist die Mutation Fortschritts- glaube und wissenschaftliche Beweisführung; dabei jenseits von einer Vernunft, die den „Über-Menschen“ erkennt, jenen, der über sein Ich hinauswachsen will und kann,

der die Enge irdischer Gebundenheit hinter sich lässt und die Weite des Universums im Außen wie im Innen, im Makro- und Mikrokosmos über seine Emotionen ausdehnt. Er tritt heraus aus dem Keller seines Karmas und offenbart als Einzelner das große Ganze. – Frage und Antwort fallen zusammen: Der Tropfen geht im Meer auf, und das Meer geht im Tropfen auf. Emotionen sind das Heilmittel, sind die Schlange, die sich aufrichtet am Caduceus, am Äskulap-Stab, an der Wirbelsäule. Sie sind der Messias, der uns erlöst.

Und was hat das mit dem zu tun, was wir gerade im Kriegszustand erleben? – Einer, der mit seiner Meinung gegen den Strom schwimmt, Richard David Precht, meint, dass es für die Ukraine sinnvoll sei, wenn deren politische Kräfte sich jetzt der Erkenntnis beugen würden, dass sie den Krieg nicht gewinnen können. Dieser kann vielleicht noch Jahre dauern, aber klar ist, dass die Über- macht des Gegners zu groß ist, um im Kampf mit Geräten und Waffen gewinnen zu können. Warum also dann noch Tausende Menschen opfern? Loslassen und nachgeben wäre das Klügere, wäre sinnvoller als Emotionen zu schüren, die vorgeben, dass sogenannte demokratische Werte jedes Opfer rechtfertigen würden. Den Trend der Zeit zu erkennen, wäre möglich, wenn man in die Lebenspläne der nicht zufällig an der Entscheidungsfront stehenden Personen schauen würde, dazu in die Lebenspläne der Krieg führenden Staaten. „Es gibt keinen Zufall!“ Und der Ukraine fällt es derzeit zu, dass unabhängig von geschichtlichen Zusammenhängen und einem Ursache-Wirkungs-Denken die Zeit gekommen ist, sich auf das Wesentlichere zu besinnen: das Gesetz vom Werden und Vergehen, das seinen eigenen Rhythmus hat. Da helfen keine Waffen, keine diplomatischen Gespräche, keine Vorstellungen von richtig und falsch. Da heißt es allein: Beuge Dich. Gib nach. Bewahre Deine innere Freiheit und bleibe demütig, auch wenn Dir – Ukraine – gerade die Dornenkrone aufgesetzt wird. Die Auferstehung ergibt sich nach dem Sterben. „Herr, es geschehe dein Wille!“

Eine Zen-Geschichte kann vielleicht eine Brücke für Sie, liebe Leserinnen und Leser, bauen, wenn es Ihnen außerhalb Ihres politischen Engagements um die Einordnung Ihrer Emotionen geht:

Die Offiziere einer japanischen Armee hielten es für notwendig, ihr Quartier ausgerechnet im Tempel des Meisters Gasan einzurichten. Gasan sagte zu seinem Koch: Gib den Soldaten die gleiche einfache Kost, wie wir sie täglich zu uns nehmen. So geschah es. Doch die Offiziere waren darüber sehr ungehalten. Sie waren eine ehrerbietigere Haltung gewohnt. Und so kam denn der Oberste zu Gasan und stellte fest: Wofür haltet ihr uns? Wir setzen täglich unser Leben für das Wohl unseres Landes ein – warum würdigt ihr dies nicht? – Darauf Gasan: „Und wofür haltet ihr uns? Wir sind Soldaten der Menschenliebe und versuchen täglich, Menschenleben zu retten.“

Herzlichst,

Wolfgang Maiworm

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